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Fragestellung und Sachverhalt

Laut Urteil des Ober­verwaltungs­gerichts (OVG) des Saarlands rechtfertigt das Handeltreiben mit Dopingmitteln durch einen Apotheker allein noch nicht die sofortige Entziehung der Approbation. Bis zum Abschluss des Haupt­sache­verfahrens ist die Berufsausübung durch den Apotheker damit zulässig.

 

Verhandelter Fall

  • Ein Apotheker wurde mittels Strafbefehl u. a. wegen Handeltreibens mit Dopingmitteln zu einer Geldstrafe verurteilt.
  • Daraufhin wurde ihm mit sofortiger Wirkung die Approbation entzogen.
  • Der Apotheker erhob Klage gegen den Approbationsentzug und beantragte Eilrechtsschutz.
  • Das Verwaltungsgericht (VG) des Saarlands wies den Eilantrag jedoch zurück; der Apotheker legte Beschwerde ein.

 

Entscheidung und Konsequenzen

  • Das OVG hielt eine Berufsausübung bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens für zulässig und entschied damit zu Gunsten des Apothekers.
    • Begründung: Es sei nicht zu erkennen, dass eine weitere Berufstätigkeit des Apothekers bis zum Zeitpunkt einer Rechtskraft der Entscheidung im Hauptsacheverfahren konkrete Gefahr für wichtige Gemeinschaftsgüter bedeuten könne. Zwar sei die rezeptfreie Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel zu Dopingzwecken besonders verwerflich, da die Gesundheit von Menschen gefährdet würde. Jedoch hatte sich der Apotheker im Ermittlungsverfahren kooperativ gezeigt und keine weiteren beruflichen Verfehlungen oder Straftaten begangen.