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Fragestellung und Sachverhalt

Der Verbraucher wird durch die Webeaussage „ohne bekannte Neben- und Wechselwirkungen" getäuscht, wenn in der Werbung für ein Arzneimittel nicht darauf hingewiesen wird, dass es sich um ein homöopathisches Mittel handelt - dies hat das Oberlandesgericht (OLG) in seinem Urteil vom 04.05.2017 entschieden.

 

Verhandelter Fall mit Entscheidung und Konsequenzen

  • Mit den Aussagen „Neodolor - die natürliche Kopfschmerztablette" und „wirkt stark bei allen behandelbaren Formen von Kopfschmerzen" warb ein pharmazeutisches Unternehmen als Inhaber der Zulassung für das rezeptfreie apothekenpflichtige homöopathische Arzneimittel „Neodolor".
  • Durch einen Wettbewerbsverband erging daraufhin eine Abmahnung wegen irreführender Werbung.
  • Das pharmazeutische Unternehmen wurde zur Unterlassung verurteilt.

 

Begründung:

  • Die Bezeichnung „natürliche Kopfschmerztablette" erwecke den Eindruck, diese sei nur aus natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt.
    • In der Tat enthält das Arzneimittel dabei den nicht natürlichen Inhaltsstoff Magnesiumstearat.
  • Die Behauptung „die stark gegen Kopfschmerzen wirkt" ist ebenfalls unzulässig, da dem beworbenen Arzneimittel eine Wirkung beigefügt werde, dies es nicht hat.
  • Durch die Gestaltung der Internetseite wird diese Vorstellung noch weiter verstärkt.
  • Außerdem kann sich der Patient nicht darauf verlassen, dass seine Kopfschmerzen durch Einnahme einer Neodolor-Tablette mit Sicherheit verschwinden.

--> Fazit: Im Bereich der Homöopathie sollte vorsichtig mit Wirkungsversprechen umgegangen werden.