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Fragestellung und Sachverhalt
Das Landessozialgericht (LSG) Hessen hat entschieden, dass die Berufsgenossenschaft (BG) in bestimmten Konstellationen Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkennen muss. Berufskrankheiten seien - ebenso wie Arbeitsunfälle - Versicherungsfälle der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

 

Verhandelter Fall

  • Im verhandelten Fall war der 59-jährige Kläger insgesamt 14 Monate (1984 - 1986) in einer Gummifertigung tätig. Über diesen Zeitraum war er u. a. dem Alterungsschutzmittel Phenyl-2-Napthylamin ausgesetzt. Mit 41 Jahren habe er die Diagnose Blasentumor erhalten.
  • Nach aktuellem Stand der Wissenschaft kann eine mehrmonatige Aufnahme solcher Gefahrenstoffe wesentlich schädlicher sein als bisher angenommen und könne Blasenkrebs - wie Rauchen auch - verursachen.
  • Ein Sachverständigengutachten ergab zunächst, dass der Tumor wahrscheinlich auf das Rauchen zurückzuführen sei.
  • Der Kläger blieb auch nach Einholung weiterer Gutachten erfolglos. Ein Überprüfungsantrag wurde von der BG ebenfalls abgelehnt.

 

Entscheidung und Konsequenzen

  • Das LSG Hessen verurteilte nun die BG zur Anerkennung einer Berufskrankheit mit der Begründung, dass es hinreichend wahrscheinlich sei, dass der Gefahrenstoff, welcher 2-Naphthylamin beinhaltet, zusammen mit Tabakkonsum den Blasenkrebs verursacht hat.
  • 2-Naphthylamin fällt unter Stoffe, denen bezogen auf ihr kanzerogenes Potenzial die größte Bedeutung zugemessen werde.
  • Der Tabakkonsum des Versicherten habe ebenfalls zu einer Belastung mit 2-Naphthylamin geführt, jedoch sei dieses außerberufliche Risiko nicht übermäßig gewesen, zumal er nur wenig geraucht habe.