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Sowohl der Verband der Ersatzkassen (vdek) als auch die Betriebs- und Innungskrankenkassen (BKK/IKK) sehen Reformbedarf beim morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) aufgrund Wettbewerbsbenachteiligung.

  • Nach Empfehlung eines kürzlich vorgelegten Gutachtens, welches vom Bundesgesundheitsministerium (BGM) in Auftrag gegeben wurde, sollen neue - deutlich veränderte - Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen gelten.
  • Die Fertigstellung der geplanten Reform des Morbi-RSA soll bis 2020 erfolgen.
  • Sowohl Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, als auch die BKK/IKK sehen sich im aktuell geltenden Morbi-RSA im Wettbewerb deutlich benachteiligt.
  • Nach offiziellen Daten erzielen die Ortskrankenkassen (AOK) eine Überdeckung der Zuweisungen von über 1,5 Mrd. €.
    • Je Mitglied bedeutet dies im Schnitt eine Überdeckung von 59 €.
  • Dagegen entsteht beim vdek eine Unterdeckung von knapp 1 Mrd. €.
    • Entspricht je Mitglied einer Unterdeckung von 21 €.
  • Bei den Betriebs- und Innungskrankenkassen belaufen sich die Unterdeckungen auf 222 und 271 Mio. €.
    • Was im Schnitt je Mitglied eine Unterdeckung von rund 50 € bedeutet.

Der vdek fordert Reformen u. a. in folgenden Punkten:

  • Bezugnehmend auf Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesversicherungsamt soll beim Erwerbsminderungsrentner eine Alters-Schweregrad-Differenzierung eingeführt werden.
  • Altersinteraktionsterme sollen eingeführt werden, um Krankheitskosten, die aus der Morbiditätsrate und Altersrate entstehen, zutreffender abbilden zu können.
  • Streichung der DMP-Programmkostenpauschale von 145 € je DMP-Teilnehmer (DMP = "Disease Management Programm").
  • Ein Hochrisikopool für besonders teure Krankheiten soll eingeführt werden. Dabei soll die Grenze bei 100.000 € pro Fall liegen und damit 80 % der Kosten decken, um Anreize für ein wirtschaftliches Verhalten bestehen zu lassen.
  • Ablehnung des Krankheits-Vollmodells mit 360 Krankheiten. Darin sieht der vdek Risiken einer Überdeckung bei multimorbiden Kranken aufgrund einer Kumulation von standardisierten Behandlungskosten. Dies könne den RSA manipulationsfähig machen.
  • Der vdek begrüßt die Umsetzung der Regionalkomponente in zwei Stufen. Damit sollen strukturelle Differenzen im Leistungsangebot und ihre Auswirkungen auf Über- und Unterdeckung bei der Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds ausgeglichen werden.