Ärzte exzellent beraten

Beratungskompetenz für Heilberufler

Fragestellung und Sachverhalt

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem aktuell veröffentlichten Beschluss klargestellt, dass ein Laborarzt nicht mehr als freiberuflicher Selbstständiger gilt, wenn er nur einen Teil der Proben selbst begutachtet. Somit unterliegt der Laborarzt der Gewerbesteuer.

 

Verhandelter Fall

  • Der BFH wies einen Laborarzt aus Niedersachsen ab, der von seinen Aufträgen nur diejenigen persönlich begutachtete, die von seinen Mitarbeitern als "möglicherweise positiv" eingestuft wurden.
  • 80 - 90 % der Fälle gingen jedoch direkt an die Auftraggeber zurück, ohne dass der Arzt sie persönlich zur Kenntnis nahm.

Entscheidung und Konsequenzen

  • Der BFH bestätigte die Ansicht des Niedersächsischen Finanzgerichts von 2017 mit seiner Feststellung, dass der Laborarzt der Gewerbesteuer unterliegt.
  • Begründung: Der BFH verweist auf den "das Berufsbild des Arztes prägenden ‚persönlichen, individuellen Dienst am Patienten‘", was im verhandelten Fall in den Hintergrund trete.
  • Eine "Volldelegation" sei damit nicht vereinbar.
  • Stichprobenkontrollen o. ä. reichen laut BFH für eine "eigenverantwortliche" und damit selbstständige Tätigkeit nicht aus.
  • Vielmehr müsse der Laborarzt an der Befundung jedes Auftrags zumindest persönlich beteiligt sein.