KZBV warnt vor Folgen der GKV-Reform: Spargesetz gefährdet zahnärztliche Versorgung

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) übt scharfe Kritik am beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

31.07.2026

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) übt scharfe Kritik am beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Aus Sicht der Zahnärzte gefährden die neuen Regelungen präventionsorientierte Behandlungskonzepte, verschärfen den Fachkräftemangel und könnten insbesondere die Versorgung in ländlichen Regionen beeinträchtigen.

 

KZBV kritisiert GKV-Reform deutlich

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sieht das verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz kritisch. Nach Einschätzung der Standesvertretung berücksichtigt die Reform die Besonderheiten der zahnärztlichen Versorgung nicht ausreichend und könnte langfristig zulasten der Patienten gehen.

Nach Ansicht der KZBV werde die Zahnmedizin trotz nachweislicher Präventionserfolge erneut mit Sparmaßnahmen belastet, obwohl sie seit Jahren zu den wirtschaftlichsten Versorgungsbereichen der gesetzlichen Krankenversicherung zählt.

 

Präventionsorientierte Versorgung gefährdet

Nach Angaben der KZBV erschweren die neuen Vergütungsregelungen künftig insbesondere:

Aus Sicht der KZBV könnten Zahnarztpraxen diese Leistungen künftig nicht mehr im erforderlichen Umfang anbieten.

 

Sorge vor Versorgungsengpässen

Die KZBV befürchtet außerdem negative Auswirkungen auf die flächendeckende Versorgung:


KZBV verweist auf wirtschaftliche Entwicklung

KZBV-Vorstandsvorsitzender Martin Hendges kritisiert, dass der vertragszahnärztliche Bereich bereits durch frühere Budgetierungsmaßnahmen belastet worden sei. Die nun beschlossenen zusätzlichen Einsparungen seien aus seiner Sicht weder sachlich gerechtfertigt noch verhältnismäßig.

Zur Untermauerung nennt die KZBV mehrere Kennzahlen:

Nach Auffassung der KZBV belegen diese Zahlen, dass die Zahnmedizin wirtschaftlich arbeitet und einen wichtigen Beitrag zur Kostendämpfung leistet.

 

Prävention senkt langfristig die Kosten

Die KZBV betont, dass der seit Jahren sinkende Anteil der Zahnmedizin an den GKV-Gesamtausgaben das Ergebnis einer konsequent präventionsorientierten Versorgung sei. Gerade dieser erfolgreiche Ansatz werde durch die Reform nun ausgebremst.

 

Kieferorthopädie: Licht und Schatten

Bei den neuen Regelungen zur Kieferorthopädie sieht die KZBV sowohl positive als auch kritische Punkte.

Positiv bewertet wird:

Kritisch sieht die KZBV dagegen:

Nach Ansicht der KZBV besteht dafür keine fachliche Notwendigkeit. Das derzeitige Vergütungssystem habe sich bewährt und führe weder zu einer Über- noch zu einer Unterversorgung. Zudem zeige die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), dass der kieferorthopädische Behandlungsbedarf in Deutschland seit Jahren stabil ist.

 

KZBV fordert differenziertere Reformen

Grundsätzlich unterstützt die KZBV das Ziel der Bundesregierung, weitere Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verhindern. Das nun beschlossene Reformpaket gehe jedoch aus ihrer Sicht in die falsche Richtung, da es ausgerechnet einen Versorgungsbereich belaste, der durch Prävention und wirtschaftliches Arbeiten bereits einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der GKV-Finanzen leiste.

 


--> Die KZBV sieht im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erhebliche Risiken für die zahnärztliche Versorgung. Sie warnt vor Einschränkungen bei Präventionsleistungen, möglichen Versorgungsengpässen und einer Schwächung eines Versorgungsbereichs, der mit einem GKV-Ausgabenanteil von lediglich 5,6 % und einer Kostensteigerung von 4,8 % bereits unterdurchschnittlich zur Ausgabenentwicklung beiträgt.

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