Das Kommuniqué fasst die wichtigsten Erkenntnisse, Empfehlungen und Reformansätze des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2026 zusammen, um das deutsche Gesundheitswesen zukunftsfähig, krisenfest und innovativ zu gestalten.
Hier die 10 wichtigsten Aspekte im Überblick:
1. Krisenfestigkeit und Cybersicherheit
Gesetzlicher Rahmen für Versorgung im Krisen- und Verteidigungsfall soll durch das Gesundheitssicherstellungsgesetz geschaffen werden.
Klare Zuständigkeiten für zivil-militärische Zusammenarbeit, inklusive Universitäts- und BG-Kliniken.
Cybersicherheit wird als strategische Aufgabe betont, mit Fokus auf Lieferketten- und Versorgungsresilienz.
Übungen und Notfallpläne sollen die Krisenfähigkeit verbessern.
2. Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung
Entwicklung eines nachhaltigen Finanzierungskonzepts, inklusive Verbleib der Bundeszuschüsse (14 Mrd. Euro).
Übernahme der Versorgungskosten für Grundsicherungsempfänger ab 2027, mit jährlichen 1 Mrd. Euro.
Ergebnisorientierte Finanzierung, um Ausgaben zu steuern, ohne Versorgung zu gefährden.
Prognostiziertes Defizit der GKV (19 Mrd. Euro 2027) soll durch Kostendämpfung und Strukturreformen reduziert werden.
3. Sektorübergreifende Versorgung
Abbau der Trennung zwischen ambulant, stationär, rehabilitativ und sozialer Versorgung.
Ausbau integrierter Modelle und sektorenübergreifender Behandlungspfade, basierend auf digitalen Strukturen.
Primärversorgungszentren sollen wohnortnahe Versorgung sichern.
Neue Modelle wie „Hospital at Home“ sollen skaliert werden.
4. Krankenhausreform und Strukturwandel
Umsetzung der Reform in einem mehrjährigen Prozess, mit Fokus auf ländliche Räume.
Digitalisierung, KI und Robotik sollen Produktivität steigern.
Managementspielräume sollen erweitert werden, um bedarfsgerechte Entscheidungen zu ermöglichen.
5. Pflege stärken
Weiterentwicklung des Pflegebudgets, volle Refinanzierung der Tariflöhne.
Gesetzesänderungen für mehr praktische Ausbildung in Simulationseinrichtungen.
Pflege im strategischen Management verankern, Personaluntergrenzen beibehalten.
6. Digitalisierung, Daten und KI
Interoperabilität und Zusammenführung von Patientendaten sind zentral.
Aufbau langfristiger Dateninfrastrukturen für Versorgung und Forschung.
Rechtliche und gesellschaftliche Voraussetzungen für Datennutzung sollen geschaffen werden.
KI-Kompetenzen in Ausbildung integrieren.
7. Innovationen in die Versorgung
Beschleunigung von Zulassung, Erstattung und Bewertung neuer Therapien.
Beispiel Demenz: schneller Zugang zu Diagnostik und Therapien.
Umsetzung des Medizinforschungsgesetzes und Weiterentwicklung der Nutzenbewertung.
8. Prävention als Zukunftsaufgabe
Nationale Strategie für Gesundheitsförderung in Kita, Schule und Arbeitswelt.
Prävention soll als „vierte Säule“ des Systems etabliert werden.
Finanzierung durch höhere Steuern auf Tabak, Alkohol, Zucker.
9. Bürokratieabbau
Reduktion redundanter Dokumentations- und Prüfpflichten.
Digitale Genehmigungs- und Abrechnungsprozesse.
Qualitätssicherung durch Vertrauen statt Kontrolle.
10. Weitere Zukunftsthemen
Demografischer Wandel: altersgerechte Versorgung und Personalgewinnung.
Psychische Gesundheit: verbesserten Zugang und kürzere Wartezeiten.
Assistierter Suizid: rechtssicherer Rahmen mit Beratungs- und Prüfverfahren.
Schlussfolgerung
Notwendigkeit einer langfristigen Gesundheitsstrategie, die Innovation, Prävention und Versorgung an den Bedürfnissen orientiert.
Reformen sollen über Legislaturperioden hinausgehen und nachhaltige Perspektiven schaffen.