ePA-Ausbau im Juli: Push-Nachrichten und digitaler Medikationsplan kommen

Elektronische Patientenakte wird erweitert: Neue Funktionen für Benachrichtigungen und Medikationsmanagement starten

13.07.2026

Ab Juli 2026 erhält die elektronische Patientenakte schrittweise neue Funktionen. Versicherte können künftig Push-Benachrichtigungen aktivieren, zudem startet die Pilotphase des elektronischen Medikationsplans, der langfristig den bisherigen bundeseinheitlichen Medikationsplan ersetzen soll.

 

ePA wird im Juli um neue Funktionen erweitert

Die elektronische Patientenakte (ePA) erhält im Juli 2026 mehrere neue Funktionen. Ziel ist es, den Informationsfluss zwischen Versicherten und Leistungserbringern zu verbessern sowie das digitale Medikationsmanagement weiter auszubauen. Nach Angaben der Gematik werden die Neuerungen schrittweise eingeführt.

 

Push-Benachrichtigungen für Versicherte

Ab Juli erhalten die ePA-Apps der Krankenkassen nach und nach ein Update mit neuen Benachrichtigungsfunktionen.

Versicherte können künftig selbst festlegen, ob und worüber sie informiert werden möchten. Dazu gehören beispielsweise:

Der Vorteil: Nutzer müssen ihre ePA-App nicht mehr regelmäßig öffnen, sondern werden automatisch über relevante Änderungen informiert.

 

 

Elektronischer Medikationsplan startet ab Mitte Juli

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der schrittweise Beginn der Pilotierung des elektronischen Medikationsplans (eMP) als Bestandteil des digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP).

Zunächst nehmen ausgewählte Einrichtungen aus den Modellregionen sowie weitere interessierte Einrichtungen mit entsprechender Softwareunterstützung an der Pilotphase teil. Weitere Softwarehersteller sollen im Verlauf hinzukommen.

 

 

eMP soll bisherigen Medikationsplan langfristig ersetzen

Langfristig soll der elektronische Medikationsplan den bisherigen bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) ablösen.

Im Unterschied zur bereits verfügbaren elektronischen Medikationsliste (eML) bietet der eMP deutlich umfangreichere Informationen.

Zu den Vorteilen gehören:

Damit soll das Medikationsmanagement transparenter werden und die Arzneimitteltherapiesicherheit steigen.

 

 

Weitere Funktionen der ePA

Mit der neuen Ausbaustufe werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen.

Neu sind unter anderem:

 

 

Zweifel am Zeitplan

Ob der Starttermin eingehalten werden kann, wird unterschiedlich bewertet.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) äußert Zweifel daran, dass der elektronische Medikationsplan bereits im Juli flächendeckend eingeführt werden kann. Nach Einschätzung der KBV sollen erste Softwaremodule voraussichtlich erst Ende August verfügbar sein. Zudem würden zunächst nur wenige Hersteller teilnehmen, die zusammen lediglich rund 25 % der Marktabdeckung erreichen.

Die Gematik hält dagegen am bisherigen Zeitplan fest und erklärt, dass die Pilotierung weiterhin ab Mitte Juli beginnen soll.

 

 

Ziel des Ausbaus

Mit den neuen Funktionen verfolgt die Gematik mehrere Ziele:

Die Einführung erfolgt zunächst im Rahmen einer Pilotphase und soll anschließend schrittweise auf weitere Einrichtungen und Softwareanbieter ausgeweitet werden.

 

--> Mit dem Ausbau der ePA sollen Transparenz, Kommunikation und Arzneimitteltherapiesicherheit verbessert werden – auch wenn es weiterhin Zweifel am vorgesehenen Zeitplan gibt.