Digitale Gesundheit 2026: Neue Funktionen für ePA, E-Rezept und TI

Gematik plant Ausbau der Telematikinfrastruktur mit erweiterten Anwendungen, neuen Nutzergruppen und höheren Sicherheitsstandards

08.01.2026

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen soll 2026 spürbar weiterentwickelt werden.

Grundlage der Planungen ist die quartalsweise aktualisierte „OneRoadmap“ der Gematik, die als verbindliche Orientierung für die Einführung neuer TI-Anwendungen dient.

Für das Jahr 2026 sind zahlreiche Erweiterungen, Pilotphasen und bundesweite Rollouts vorgesehen.

 

Geplante Schwerpunkte für 2026 im Überblick

  • Ausbau der elektronischen Patientenakte (ePA):

    • Erweiterung des digital gestützten Medikationsprozesses um den elektronischen Medikationsplan (eMP)

    • Übersicht über aktuelle Medikation inklusive strukturierter Dosierangaben und Einnahmehinweise

    • Möglichkeit zum Nachtragen weiterer Medikamente, z. B. BtM-Verordnungen und OTC-Präparate

    • Einbindung der Apotheken in die aktive Nutzung der ePA

    • Push-Benachrichtigungen bei neuen Zugriffen oder Änderungen über die Krankenkassen-App

    • Einführung einer Volltextsuche innerhalb der ePA

    • Start der Datenausleitung an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit

    • Zeitplan:

      • Modellregionen: Medikationsplan und Push-Benachrichtigungen ab Ende Q1 2026

      • Bundesweiter Rollout: ab Q3 2026

      • Volltextsuche und Forschungsdatennutzung: Start in Modellregionen Q3 2026, bundesweit spätestens Anfang 2027

  • Elektronische T-Rezepte:

    • Einführung der elektronischen Ausstellung von T-Rezepten

    • Start der Umsetzung im Q3 2026

    • Geplanter bundesweiter Rollout Mitte Q4 2026

  • Digitale Patientenrechnung (DiPaG):

    • Geplanter Start Ende 2026

    • Digitale Übermittlung von Rechnungen durch Leistungserbringer

    • Verwaltung und Weiterleitung der Rechnungen durch Versicherte an Kostenträger

    • Anwendbar für PKV sowie Zusatzversicherungen und Zusatzleistungen der GKV, z. B. Zahnreinigung oder Osteopathie

  • Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur zur TI 2.0:

    • Einführung des Sicherheitsmodells Zero Trust

    • Umsetzung von Proof of Patient Presence (PoPP)

    • Einführung des Versichertenstammdatenmanagements 2.0 (VSDM 2.0)

    • Zero Trust: Jeder Zugriff wird unabhängig vom Standort geprüft

    • Erste Zero-Trust-Anwendungen ab Mitte 2026 mit VSDM 2.0 und PoPP

    • PoPP ersetzt schrittweise den bisherigen VSDM-Prüfnachweis, z. B. bei CardLink

    • Abschluss der ersten PoPP-Umsetzungsstufe bis Mitte 2026

    • Einsatz von PoPP für telemedizinische Leistungen ab Ende 2026 geplant

  • Neue Nutzergruppen in der TI:

    • Anbindung im Q1 2026:

      • Physiotherapie

      • Ergotherapie

      • Podologie

      • Ernährungstherapie

      • Hilfsmittelerbringer

    • Anbindung der Bundeswehr im Q3 2026

 

Was 2026 noch nicht kommt:

  • E-BtM-Rezept weiterhin verschoben, Einführung aktuell erst für 2027 vorgesehen

  • Gesetzliche Unfallversicherung noch nicht flächendeckend E-Rezept-fähig

  • Elektronischer Impfpass ebenfalls erst ab 2027 geplant

 

--> 2026 bringt wichtige technische und funktionale Fortschritte für ePA, E-Rezept und TI 2.0, während zentrale Anwendungen wie E-BtM-Rezept und elektronischer Impfpass weiterhin auf 2027 verschoben bleiben.